Unterschiede verschiedener Hosting-Varianten von Shared bis Dedicated Hosting
Wer eine Webseite ins Internet stellen möchte benötigt Webspace. Um diesen anzumieten gibt es für den Webmaster verschiedenste Optionen und Angebote. Gerade Anfänger sind von den unterschiedlichen Varianten oft verwirrt. Hier möchte ich ein bisschen Licht ins Dunkel bringen.
Shared Hosting
Die günstigste und pflegeleichteste Variante stellt das sogenannte Shared Hosting dar. Hier teilt sich der Webmaster seinen Webspace und die Rechner-Ressourcen mit teilweise bis zu 100 anderen Webmastern. Shared Hosting bedeutet dass unterschiedliche Webseiten auf einem Rechner in verschiedenen Verzeichnissen liegen. Dies dürfte die am meisten genutzte Variante weltweit sein.
Probleme beim Shared-Hosting sind die in der Regel restriktiven Vorgaben des Webhosters. Aufgrund von Sicherheitsvorkehrungen sind hier viele Funktionen so eingestellt dass einfache Anwendungen wie z.B. WordPress nicht ohne Probleme oder nur eingeschränkt laufen. Umfangreiche Anwendungen wie z.B. Typo3 sollte man bei der Hosting-Variante erst gar nicht in Erwägung ziehen. Zu WordPress gibt es aber auch Alternativen ohne Datenbank.
Viele der Probleme tauchen meist auch erst später auf wenn man seine Webseite ausbaut. Da viele Webhoster bemüht und auch verpflichtet sind auf die Sicherheit zu achten kann es z.B. passieren dass Einstellungen im Laufe der Zeit vom Anbieter verändert werden wenn dies nötig erscheint. Dadurch kann es vorkommen, dass eigene Anwendungen plötzlich nicht mehr laufen ohne das man selbst etwas verändert hat. Leider am eigenen Leib erfahren.
Ein weiteres Problem ist die Tatsache dass sich die Ressourcen mit anderen geteilt werden. Die Hoster gehen hier davon aus dass die versprochenen Leistungen wie Webspace und Traffic nie gleichzeitig ausgeschöpft werden. Denn wäre das der Fall und alle 100 Webmaster würden dauerhaft an ihr zugesichertes Limit gehen, wäre der Server ruckzuck so überlastet dass er nicht mehr erreichbar wäre. Durch die Tatsache der geteilten Ressourcen ist man also immer von anderen abhängig und sitzt quasi im gleichen Boot.
Meist ist auch vertraglich festgehalten dass man gewisse Ressourcen nicht überschreiten darf. Besonders ärgerlich wenn mann vielleicht mit seiner Webseite in den Medien erwähnt wurde, ein Besucheransturm eintritt und der Webhoster dreht den Hahn zu um die 99 anderen Webmaster nicht zu beeinträchtigen.
Anbieten tut sich "Shared Hosting" somit eher für kleine Internetauftritte, reine HTML-Seiten oder mit vorinstallierter Software, so dass der Hosting-Anbieter sich um die Lauffähigkeit kümmert. Allerdings kann es auch dann sein dass gewisse Erweiterungen oder Plug-Ins die man nachträglich installieren möchte nicht genutzt werden können. Als Beispiel sei hier gesagt dass einige Anbieter kein Mod_Rewrite bieten, so dass suchmaschinenfreundliche URLs nicht genutzt werden können.
Virtuelle (Private) Server oder auch VPS
VPS bietet im Gegensatz zum Shared Hosting weniger Restriktionen. Bei einem Virtuellen Server wird ein Rechner in mehrere virtuelle Einzelrechner unterteilt, so dass jeder angemietete Webspace sein eigenes Betriebssystem mit eigenen Einstellungen haben kann.
Aufgrund dieser Tatsache gibt es weniger Sicherheitseinschränkungen, da jeder Webmaster seinen eigenen Rechner nutzt - wenn auch nur virtuell.
Hier bleibt nur noch die Einschränkung dass auch hier die Gesamt-Rechner-Ressourcen wie Prozessorleistung usw. mit anderen geteilt werden.
Dedicated Server oder auch Root-Server genannt
Dedicated Server sind die Königsklasse im Hostingbereich. Hier hat der Kunde einen komplett eigenen physikalischen Rechner. Teilen muss man hier nichts mehr. Restriktionen gibt es lediglich durch den Server selbst, also die Prozessorleistung, Festplattengröße etc.
Man muss hier allerdings noch zwischen Managed und Non-Managed Server unterscheiden.
Non-Managed bedeutet dass man die komplette Verantwortung für den Server hat. Das bedeutet der Hoster stellt einem lediglich einen Rechner im Rechenzentrum zur Verfügung. Alles andere muss man selber per Fernwartung (SSH) erledigen. Es ist allerdings so dass meist schon ein Betriebssystem und eine Verwaltungssoftware wie Plesk vorinstalliert ist, was den Einstieg erheblich erleichtert. Man sollte sich aber mit Servern auskennen, da es unter Umständen rechtliche Konsequenzen haben kann wenn der Server beispielsweise aufgrund von Fehlkonfiguration und mangelnden Sicherheitsvorkehrungen gehackt wird.
Eine alternative bietet hier ein Managed-Server. Diese Variante bietet genauso wie der Non-Managed Servers die Vorteile eines eigenen Rechners mit dem Bonus dass der Hoster die serverrelevanten Aufgaben durchführt und so eine gewisses Mindestmaß an Aktualität und Sicherheit gewährleistet ist.
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